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Windrädli basteln beim Sternensofa: Wenn wieder etwas in Bewegung kommt

  • Franziska Kern
  • vor 16 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit
Bunt bemalte Windrädli stehen bei Abendlicht in einem Gartenbeet. Sie wurden beim Sternensofa als liebevolle Erinnerungszeichen für Sternenkinder gestaltet.


Gestern Abend durften wir ein besonders berührendes Sternensofa erleben. Insgesamt 11 Personen kamen zusammen, um miteinander zu gestalten, zu erzählen, zuzuhören, zu schweigen und sich in der Trauer verbunden zu fühlen. Besonders schön war, dass auch drei Sternenpapis dabei waren.


Im Mittelpunkt des Abends stand eine einfache, aber sehr berührende kreative Idee: Windrädli basteln beim Sternensofa.


Auf den ersten Blick wirken sie leicht, bunt und fast ein wenig spielerisch. Doch gerade darin liegt etwas sehr Zartes. Ein Windrädli erinnert uns daran, dass Bewegung manchmal ganz fein beginnt. Nicht laut. Nicht mit grosser Kraft. Sondern mit einem kleinen Luftzug.


In der Trauer gibt es Zeiten, in denen alles stillsteht. Tage, an denen nichts fliesst, nichts leicht ist, nichts vorwärtsgeht. Manchmal fühlt es sich an, als hätte die Welt aufgehört, sich weiterzudrehen, obwohl draussen alles scheinbar normal weiterläuft.


Und dann gibt es vielleicht Momente, in denen sich ganz vorsichtig wieder etwas bewegt.


Ein Gedanke.

Eine Erinnerung.

Ein Gespräch.

Ein Atemzug.

Ein Mensch, der einfach nur zuhört.


Ein Windrädli kann sich nicht selbst antreiben. Es braucht Wind. Es braucht Raum. Es braucht den richtigen Moment. Vielleicht ist das in der Trauer ähnlich. Wir müssen nicht alles aus eigener Kraft schaffen. Wir müssen nicht funktionieren. Wir müssen nicht schneller sein, als unser Herz es zulässt. Manchmal dürfen wir einfach da sein und warten, bis ein kleiner Hauch kommt.


Beim Bemalen der Windrädli durfte jede Person ihren eigenen Ausdruck finden. Einige Windrädli wurden bunt und kraftvoll. Andere zart und still. Manche trugen Namen, Herzen, Sterne, Regenbogen oder kleine Symbole. Jedes Windrädli erzählte auf seine eigene Weise von einem Kind, von Liebe, von Sehnsucht und von dem, was bleibt.


Es ging nicht darum, ein perfektes Windrädli zu gestalten. Es ging darum, den Händen etwas zu geben, während das Herz da sein durfte mit allem, was gerade ist.


Vielleicht wurde ein Windrädli für das eigene Sternenkind gestaltet. Vielleicht für sich selbst. Vielleicht für das, was in Bewegung kommen darf. Vielleicht auch für das, was noch stillstehen muss.


Windrädli können ein stilles Symbol dafür sein, dass nicht alles sofort weitergehen muss. Manchmal darf etwas stehen bleiben. Manchmal darf sich etwas ganz langsam wieder bewegen.


Vielleicht finden die gebastelten Windrädli ihren Platz auf dem Grab, in einer Gedenkecke, auf dem Balkon, im Garten oder an einem ganz besonderen Ort, der mit dem Kind verbunden ist. So kann aus dem gemeinsamen Gestalten ein kleines Erinnerungszeichen werden. Sichtbar, liebevoll und ganz persönlich.


Am Ende standen viele Windrädli nebeneinander. Unterschiedlich, farbig, liebevoll. Jedes für sich einzigartig und doch gemeinsam verbunden. So wie die Geschichten der Familien, die gestern da waren.


Vielleicht drehen sich diese Windrädli nicht immer. Vielleicht stehen sie manchmal still. Aber sie bleiben da. So wie die Liebe bleibt.

Und wenn irgendwann ein kleiner Wind kommt, darf sich etwas bewegen.


Ganz langsam.

In deinem Tempo.

Für dein Kind.

Für dich.

Für alles, was stillsteht.

Und für alles, was sich irgendwann wieder bewegen darf.



P.S. wenn ihr solche Windrädli sucht, schaut mal bei Betzold vorbei. Dort kann man sie kaufen und mit Textilstiften bemalen.

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