Licht in der Trauer
- Franziska Kern
- 13. März
- 2 Min. Lesezeit
Sternensofa, 12. März 2026

Gestern fand wieder unser Sternensofa statt. Dieses Mal wurde der Abend von meiner Kollegin Julia organisiert. Wir waren zu neunt in kleiner Runde gemeinsam an einem Tisch, der bald voller Kerzen stehen sollte.
Der März ist eine besondere Zeit.
Der Winter lässt langsam nach, das Licht kehrt zurück, und irgendwo unter der Erde beginnt schon neues Leben zu wachsen.
Und doch kann sich Trauer auch im Frühling schwer anfühlen.
Wenn draußen alles wieder heller wird, bleibt im Inneren manchmal noch eine grosse Dunkelheit.
Vielleicht war es deshalb kein Zufall, dass unser Thema an diesem Abend lautete:
Was schenkt dir Licht in der Dunkelheit deiner Trauer?
Während wir miteinander sprachen, haben wir Kerzen gestaltet – mit Farben, Mustern oder kleinen Zeichen. Etwas für die Hände, während die Gedanken ihren Weg finden.
Es entstand diese besondere Atmosphäre, die manchmal in Trauergruppen wächst: leise Gespräche, berührende Worte, lange Pausen, eine Träne hier und gemeinsames Lachen da – und das stille Wissen, dass hier niemand erklären muss, warum ein Herz schwer ist.
In der Abschlussrunde sind wir noch einmal zu unserer Frage zurückgekehrt.
Und plötzlich war da so viel Licht in den Antworten.
Ein Papa sagte einen Satz, der uns alle berührte: „Ich sehe unser Kind als Engel. Es schenkt uns Licht. Ein Engel, den wir geschaffen haben.“
Andere Eltern erzählten davon, dass sie ihre Kinder weiterhin spüren. Dass sie manchmal glauben, sie begleiten uns und schicken kleine Zeichen. Dass sie vielleicht gar nicht wollen würden, dass wir im Dunkeln bleiben.
Am Ende standen viele Kerzen auf dem Tisch. Jede anders. Jede mit ihrem ganz eigenen zauberhaften Licht.
Und vielleicht erzählen sie genau davon:
Unsere Kinder haben ein Licht in unser Leben gebracht, das selbst die Trauer nicht löschen kann.



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